10.08.2009

Varroabehandlungsdemonstration durch Herrn Dr. Gerhard Liebig

Bereits zum 3.mal ist Dr. Gerhard Liebig zur Varroabehandlung Referent beim Urlaubsstammtisch des Imkervereins Oberndorf am Neckar. Die stattliche Besucherzahl von über  45 Personen zeigt, dass das Thema nach wie vor den Imkern auf den Nägeln brennt, oder wie es Liebig ausdrückt einige es immer noch nicht kapiert haben. Damit hatte er die Lacher schon auf seiner Seite, denn ein Grossteil der Besucher kommt immer wieder zu seinen Vorträgen um einfach mal wieder über seine fast kabarettistische Art der Ausführungen zu lachen. Und sie wurden auch an diesem Abend nicht enttäuscht. Von Deutschnormal und Deutschnichtnormal bis zum Platz vor (Wildwuchs verhindert Räuberei) und hinter dem Volk konnte man auch sonst nützliches für die Imkerei dazulernen.

Zunächst wies er darauf hin wie wichtig die Kontrolle des natürlichen Milbenfalls ist, um die Wirksamkeit der Behandlung überprüfen zu können.  Die Schadensschwelle liegt bei 1Milbe pro Tag im Winter, 10 Milben pro Tag im Herbst und 100 Milben pro Tag im Sommer. Rechtzeitige Behandlung ist deshalb notwendig um den Milbenbefall vor der Anlage der Winterbienebrut zu reduzieren.

 

Anschließend wurde der Volkssitz korrigiert.  Zunächst wird die Volkstärke beurteilt. Das Volk sollte mind. 2/3 in den Unterboden durchhängen. Alle Zargen werden zur Seite gestellt, dann die mittlere auf den Boden gesetzt.. Falls nötig wird hier noch Platz für Brutwaben aus dem ehemals untersten Magazin geschaffen. Auf den Pollenwaben ist das Haltbarkeitsdatum zu beachten. Dr. Liebig erklärte, dass der Inhalt einer Pollenzelle etwa den Bedarf einer Brutzelle abdeckt. Folglich verwenden die Bienen hauptsächlich frischen Pollen. Wabenhygiene hat Vorrang, nicht von ungefähr kann das Fernsehen bei eingegangenen Völkern nur Bilder von schwarzen Waben zeigen.

Dann kommt die oberste Zarge mit ausgeschleuderten hellen Waben  und eine Leerzarge obendrauf. Hierhinein werden dann die Bienen von den restlichen Waben abgeklopft und gefegt. Folie (keine Schwabenfolie verwenden) und Deckel drauf, weiter geht’s beim nächsten Volk. Zu schwache oder kalkbrütige Völker werden aufgelöst. Die Brutwaben von kranken Völkern werden eingeschmolzen, die von gesunden werden auf die Nachbarvölker verteilt. Die Bienen werden vor die Fluglöcher gefegt und benötigen eine Einlaufhilfe. Jungvölker werden nur mit Honigwaben verstärkt.

Für die Ameisensäurebehandlung ist wichtig Abstand zum Brutnest zu schaffen um Brutschäden zu vermeiden. Auch eine massive Fütterung davor ist nicht ratsam, da durch den Wassergehalt des Futters die Ameisensäurekonzentration verdünnt wird und die Wirkung nicht das Optimum erreicht. Der Gitterboden ist abzudecken, das Flugloch wird auf Maximum geöffnet. Eine wichtige Rolle für die erfolgreiche Behandlung spielt auch das Wetter. Temperaturen von über 20°C und Trockenheit sind wichtig damit pro Tag  z.B. bei der Methode TV kurz mind. 20ml verdunsten können.  Es empfiehlt sich die Behandlung morgens durchzuführen. Zur Demonstration eignen sich deshalb nur Methoden die auf einen längeren Verdunstungszeitraum ausgerichtet sind. In diesem Fall 100ml AS 85% mit dem Liebigverdunster. Bei der Beurteilung der verdunsteten Menge nach 3 Tagen ist zu beachten, dass sich auch im Docht noch Ameisensäure befindet. Nach der Behandlung erfolgt die Befallskontrolle und die Fütterung. Pro natürlich gefallener Milbe befinden sich ca. 300 Milben im Volk. So kann der Wirkungsgrad errechnet werden. Bei zu geringer Wirkung und entsprechend hohem Milbenfall etwa 2 Wochen nach der Behandlung sollte nach Abschluss der Fütterung noch einmal behandelt werden. Die Winterbehandlung mit Oxalsäure sollte auf jeden Fall durchgeführt werden.

Anschließend fand in der Garage von Reinhold Hezel der gemütliche Abschluss mit Grillwurst statt zu dem sich noch etwa 30 Personen einfanden. Vorsitzender Panse gab bekannt, dass der Bus für den Ausflug bis auf den letzten Platz besetzt ist und der Termin am 12.10, mit Dr. Klaus Wallner im Oktober wie geplant stattfindet.

Weitere Hinweise gibt das Varroabekämpfungskonzept Baden-Württemberg

Aktuelle Informationen der Landesanstalt für Bienenkunde

 

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